
Während sich Weesen frühmorgens noch bei angenehmer, ja sogar kühler und erfrischender Temperatur präsentierte, begann sich die Sonne gegen 10:30 Uhr durchzusetzen und heizte das Schiesszelt pünktlich zum Wettkampfbeginn um 13:00 Uhr auf annähernd gefühlte Backofen-Temperatur auf.
Den 16 Finalisten-Teams (ein Team besteht aus vier Athletinnen bzw. Athleten), die sich über eine Qualifikations- und zwei Cup-Runden für den Final vom 12. Juli qualifiziert hatten, stand eine schwere Aufgabe bevor. Zusätzlich zur drückenden Hitze kam nun auch noch Wind auf, der böig und teilweise sehr heftig über die Schiessanlage zog. Eine Kombination, die bei den Armbrustschützinnen und Armbrustschützen nicht sonderlich beliebt ist.
Die grösste Armbrust-Schiesssportanlage der Welt mit 36 Laufscheiben, speziell für das EASF aufgebaut, machte es möglich, den SwissCup-Final nicht wie üblich in vier Ablösungen durchzuführen, sondern jeweils zwei Teammitglieder jedes Teams gleichzeitig antreten zu lassen und den Wettbewerb damit auf zwei Ablösungen zu verkürzen.
Mit 32 Armbrustschützinnen und Armbrustschützen in einer Schiesslinie und gut platzierten Bildschirmen für das Publikum, auf denen Resultate und aktualisierte Ranglisten liefen, wurde der Final für Wettkämpferinnen, Wettkämpfer und das zahlreich aufmarschierte Publikum gleichermassen attraktiv.
Das Team aus Rümlang, das 2023 noch ohne Podestplatz vom Platz gehen musste, gewann den SwissCup-Titel in den letzten beiden Jahren und ging als Titelverteidiger und Favorit an den Start.
Bereits nach der ersten Ablösung, geprägt von Hitze, Wind und schwierigen Lichtverhältnissen, stand fest: «Rümlang 1» wollte den Titel verteidigen. Nach der ersten Wettkampfhälfte führten sie die Zwischenrangliste mit 376 Punkten und drei Zählern Vorsprung auf «Zug 1» an, dicht gefolgt von «Rümlang 2» auf Medaillenkurs. Die Spannung für die zweite Ablösung war entsprechend gross.
Bei ähnlichen Bedingungen wie im ersten Durchgang brachte «Rümlang 1» den Vorsprung ins Ziel und sicherte sich mit 758 Punkten zum dritten Mal in Serie den SwissCup-Sieg Armbrust 30m.
Um die restlichen Podestplätze wurde hart gekämpft. «Zug 1», nach dem ersten Durchgang noch auf Silberkurs, fiel in der zweiten Ablösung auf Platz sechs zurück und verpasste damit den erhofften Heimsieg. Dafür steigerte sich «Bürglen 1» vom vierten auf den zweiten Platz und holte sich mit drei Punkten Rückstand erneut Silber, wie schon vor drei Jahren.
Auch «Frutigen 1» legte eine starke zweite Ablösung hin: Nach Platz sieben im ersten Durchgang wettete das Team den Vier-Punkte-Rückstand auf Bronze wett und verdrängte «Rümlang 2» vom Podest auf den undankbaren vierten Platz.
Mit den sehr schwierigen Bedingungen hatten alle zu kämpfen. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass in diesem Jahr die absoluten Spitzen-Einzelresultate ausblieben.
Waren am EASF 2022 in Neuwilen noch 780 Punkte (Team «Zug 1») nötig, um den Titel zu gewinnen, so genügten in diesem Jahr 758 Punkte, ein deutliches Zeichen dafür, unter welch schwierigen Bedingungen der Wettkampf zu absolvieren war.
Mit den Bedingungen am besten zurecht kamen dabei Ralf Zellweger (Herisau-Waldstatt, 195), Joel Brüschweiler (Bürglen, 194), Marcel Ryter (Frutigen, 194), Michel Stuber (Zug, 193) und Joëlle Baumgartner (Rümlang, 193). Für diese Leistungen ernteten sie an der Rangverkündung grossen Applaus und Anerkennung.
SwissCup-Wettkampfleiter Daniel Hinnen (Rümlang) zeigte sich begeistert von der Schiesssportanlage in Weesen: «Den Wettkampf hier in Weesen in einer so top hergerichteten Schiessanlage bestreiten zu dürfen, ist absolut grossartig. Dem OK des EASF 2026 gebührt unsere Anerkennung und unser Dank dafür.» Und ergänzte schmunzelnd: «Die Infrastruktur war einzigartig, und für die schwierigen Wetterbedingungen kann der Veranstalter nicht verantwortlich gemacht werden. Aber die Athletinnen und Athleten haben sich gut geschlagen!»