08. August 2026
Die Europameisterschaften mit der Armbrust auf die 10- und 30m-Distanz, die vom 04. bis 08. August im französischen Châteauroux ausgetragen wurden, sind bereits wieder Geschichte. Zum Abschluss holt sich Joëlle Baumgartner den Europameister-Titel in der 30m Kniend-Wertung bei den Frauen gefolgt von ihrer Team-Kollegin Monika Hurschler, die Bronze gewinnt. Bei den Männern sichert sich Sven Bachofner auf die 30m-Distanz in der Königsdisziplin (2-Stellung; stehend/kniend) Bronze und in der Kniend-Wertung Silber.
Die amtierende Eidgenössische Schützenkönigin 2026 zeigte auch an der Europameisterschaft, dass in der 30m-Kniendstellung kein Weg an ihr vorbei führt. Nachdem sie am Vortag im Team-Wettbewerb mit 293 Punkten bereits das höchste Resultat erzielt hatte, doppelte sie am 8. August mit 292 Punkten nach und fügt ihrem Palmarès mit dem Titel «Europameisterin Armbrust 30m / Frauen / kniend» einen weiteren wichtigen Titel hinzu.
Drei Tage zuvor feierte sie in der 10m-Teamwertung bei den Frauen bereits den ersten Europameister-Titel und damit darf sich die amtierende Doppel-Weltmeisterin nun auch Doppel-Europameisterin nennen.
Beinahe hätte im Kniend-Wettkampf bei den Frauen ein Schweizer Doppelsieg gefeiert werden können – wäre da nicht die Französin Lisa Roettele dazwischen gegrätscht, die Monika Hurschler zwei Punkte abnahm und Hurschler auf den dritten Podestplatz verdrängte.
Glücklos in der 2-Stellung
Sie hatte sich im 2-Stellungswekktkampf bei den Frauen als Drittplatzierte für den Final qualifiziert und nach 10 Finalschüssen lag sie zusammen mit dem französischen Duo Lena Giannini und Coline Hamelin auf dem zweiten Zwischenrang: Monika Hurschler.
Dann kam der verhängnisvolle elfte Finalschuss. Hurschler musste sich eine «Fünf» notieren lassen. Ein Schusswert, den sie in den letzten Jahren wohl nie auf ihr Konto verbuchen musste. Damit war der bis zu diesem Schuss sehr realistische Traum vom Podestplatz, den Hurschler in der Stehendwertung mit dem vierten Platz bereits knapp verpasst hatte, zum Bedauern des gesamten Schweizer Teams geplatzt und sie musste auf dem siebten Schlussrang aus dem Final ausscheiden.
Bachofner liefert ab
Nach dem hochkarätigen Kniend-Resultat vom Vortag in der Teamwertung lagen die Schweizer Hoffnungen bei den 30m-Wettbewerben der Männer auf Sven Bachofner. Und er erfüllte und übertraf diese Erwartungen, indem er mit Silber und Bronze gleich zweimal Edelmetall in die Schweiz entführte.
In der Königsdisziplin, dem 2-Stellungswettkampf «stehend» und «kniend» konnte sich der 25jährige Zürcher gegen die starke Konkurrenz behaupten und sich in der Qualifikation auf dem dritten Platz für einen Podestplatz im Final empfehlen.
Nach einem guten Finalstart war Bachofner nach den ersten zehn Finalschüssen immer auf dem zweiten und dritten Platz der Zwischenrangliste anzutreffen, fing dann aber im 14. Finalschuss eine «Sieben» ein, die der Deutsche Simon Eigelsperger ausnutzte, um sich auf den zweiten Zwischenrang vorzudrängen und Bachofner auf den dritten Platz zu verweisen.
Den Grundstein für seinen 2-Stellungs-Erfolg legte Bachofner bereits im Kniend-Wettkampf, der neben der Qualifikation für den 2-Stellungsfinal auch als Resultat für den Kniend-Titel gewertet wurde.
Dabei konnte Bachofner an das Top-Resultat vom Vortag anknüpfen bzw. dieses wiederholen. Seine 290 Punkte reichten aus, sich mit Silber auszeichnen zu lassen und sich künftig Vize-Europameister «Armbrust 30m / Männer / kniend» nennen zu dürfen.
Fazit
Mit drei Europameister-Titeln, sieben Silber- und fünf Bronze-Medaillen in die Schweiz zurückzukehren, kann durchaus als Erfolg bezeichnet werden.
In den 10m-Wettbewerben wurden die Erwartungen übertroffen – in den 30m-Wettkämpfen nicht ganz erreicht. Die Konkurrenz aus Frankreich und Deutschland war riesig und die Schweiz konnte sich phasenweise gut gegen diese Übermacht behaupten.
Dass die Schweiz keine U23-Teams am Start hatte, muss als Mangel gewertet werden und es ist zu hoffen, dass sich dies sowohl im 10m- als auch im 30m-Bereich an den nächsten Titelwettkämpfen anders darstellen wird.
Ranglisten (Auszug)
Elite 30m / Männer / 2-Stellung: 1. Michael Dhalluin (FRA). 2. Simon Eigelsperger (GER). 3. Sven Bachofner (SUI). 8. Marco Vetsch (SUI).
Elite 30m / Männer / stehend: 1. Simon Eigelsperger (GER). 2. Marius Klöckers (GER). 3. Louis Fürst (GER). 7. Sven Bachofner (SUI). 8. Marco Vetsch (SUI).
Elite 30m / Männer / kniend: 1. Thomas Debenne (FRA). 2. Sven Bachofner (SUI). 3. Simon Eigelsperger (GER). 7. Marco Vetsch (SUI).
Elite 30m / Frauen / 2-Stellung: 1. Lena Giannini (FRA). 2. Alexandra Geng (FRA). 3. Coline Hamelin (FRA). 5. Sarah Hügli (SUI). 6. Joëlle Baumgartner (SUI). 7. Monika Hurschler (SUI). 8. Svenja Wehle (SUI).
Elite 30m / Frauen / stehend: 1. Lena Giannini (FRA). 2. Lisa Roettele (FRA). 3. Alexandra Geng (FRA). 4. Monika Hurschler (SUI). 5. Svenja Wehle (SUI). 7. Joëlle Baumgartner (SUI). 8. Sarah Hügli (SUI).
Elite 30m / Frauen / kniend: 1. Joëlle Baumgartner (SUI). 2. Lisa Roettele (FRA). 3. Monika Hurschler (SUI). 5. Sarah Hügli (SUI). 6. Svenja Wehle (SUI).